Aktuelles

Neue Projekte

Im Frühjahr 2021 konnten am Arbeitsbereich drei neue Drittmittelprojekte im Rahmen von Forschungsverbünden eingeworben werden.

"Posthumane Entdifferenzierung? Die technologische Optimierung menschlicher Körper"
DFG Sonderforschungsbereichs 1482 "Humandifferenzierung"
Menschen sortieren sich fortlaufend gegenseitig nach einer Vielzahl von Unterscheidungen, wie Geschlecht, Alter, Leistung oder Behinderung. Im SFB Humandifferenzierung widmet sich das Teilprojekt den Implikationen technischer Selbstoptimierung für solche Unterscheidungen. Es fragt danach, wie sich der Anbau von Prothesen, Implantaten und Ko. auf die Kategorisierungen der Menschen auswirken und welches Verständnis des Humanen dabei (re)produziert wird. mehr zum Projekt
Projektstart: 01.07.2021

"Responsive (Kultur-)Wissenschaftskommunikation: Vermittlung, Dialog und Resonanzbeobachtung"
DFG Sonderforschungsbereichs 1482 "Humandifferenzierung"
Der SFB Humandifferenzierung widmet sich der alltäglichen Praxis, in der Menschen einander wechselseitig nach Ethnizität, Religion, Geschlecht, Alter oder Ko. unterscheiden. Über seine theoretische und empirische Arbeit hinaus will der SFB Humandifferenzierung auch eine kulturwissenschaftliche Wissensvermittlung und Beiträge zum Diskurs der außerwissenschaftlichen Öffentlichkeit leisten. mehr zum Projekt
Projektstart: 01.07.2021
Ko-Antragsteller: Dr. Tobias Boll und Prof. Dr. Matthias Krings

 

„De- und Restabilisierung von Evidenz in der Coronakrise“
DFG Forschungsgruppe 2448 "Evidenzpraktiken in Wissenschaft, Medizin, Technik und Gesellschaft"
Das Projekt will untersuchen, wie sich Produktion, Aushandlung und Kommunikation biomedizinischer Evidenz unter den Bedingungen der Coronavirus-Pandemie vollziehen. Der Mainzer Projektstrang untersucht die Rolle sozialer Medien als Diskursraum für Evidenzkonflikte. Dahinter steht die Überlegung, dass diese medialen Räume Aushandlungsorte für Evidenz darstellen, die für das zeitgenössische Verhältnis von Wissenschaft und Öffentlichkeit eine spezifische Relevanz haben: denn auf sozialen Medien relativieren sich die Grenzen von Wissenschaft und Öffentlichkeit bzw. inner- und außerwissenschaftlicher Öffentlichkeit. mehr zum Projekt
Projektstart: 01.10.2021


Cover image for Distinktion: Journal of Social TheorySascha Dickel und Benjamin Lipp (2022)

Interfacing the human/machine

In: Distinktion: Journal of Social Theory 23 (1). DOI: 10.1080/1600910X.2021.2012709

 

 

Der Beitrag argumentiert, dass sowohl Ansätze, die den Unterschied zwischen Mensch und Maschine essentialisieren, als auch Ansätze, die diesen Unterschied durch Konzepte der Hybridität zu überwinden versuchen, unzureichend sind. Stattdessen argumentieren wir fest, dass eine entscheidende Herausforderung der zeitgenössischen Sozialtheorie darin besteht, die Gleichzeitigkeit zu begreifen, mit der Menschen und Maschinen getrennt und miteinander verbunden werden. Dazu erarbeiten wir einen theoretischen Rahmen zur Reflexion von Mensch-Maschine-Schnittstellen und veranschaulichen diesen Rahmen anhand von sozialen Robotern und kommunikativen Bots.

 

journal: Sozialer SinnSascha Dickel und Martin Neumann (2021)

Hermeneutik sozialer Simulationen Zur Interpretation digital erzeugter Narrative

In: Sozialer Sinn. Zeitschrift für hermeneutische Sozialforschung 22 (2). Stefan Kutzner, Chantal Magnin, Claudia Scheid, Mirja Silkenbeumer, Andreas Wernet (Hrsg.). S. 353-387.

 

 

Die computergestützte Simulation sozialer Verhältnisse avanciert aktuell zu einer verbreiteten Methode sozialwissenschaftlicher Forschung. Wie aber lassen sie deren Resultate kontrolliert interpretieren? Wir schlagen vor, das Verfahren der hermeneutischen Sequenzanalyse zur Interpretation Agentenbasierter Modellierungen zu verwenden. Wir demonstrieren an einem Beispiel, wie die Sequenzanalysen zur Strukturgeneralisierung und Validierung Agentenbasierter Modelle eingesetzt werden kann. Damit verbinden wir zwei weit auseinander liegende methodische Welten.

 

 View Vol. 30 No. 3 (2021): Designing, shaping and experiencing AI systems. Concepts, values, applications Sascha Dickel (2021)

Wenn die Technik sprechen lernt. Künstliche Kommunikation als kulturelle Herausforderung mediatisierter Gesellschaften

In: Zeitschrift für Technikfolgenabschätzung in Theorie und Praxis30 (3). Ulrich Ufer, Constanze Scherz, Leonie Seng, Jonas Moosmüller, Julia Thomas (Hrsg.). S. 23-29.

 

Wir scheinen am Anfang einer Ära kommunizierender Technik zu stehen. Amazons Sprachassistenzsystem Alexa ist in Millionen von privaten Haushalten eingezogen, Chatbots gehören heute zu den Standardanwendungen im Kundenservice und der Einsatz von Algorithmen zur Erzeugung von Texten ist in die Praxis professionellen Publizierens integriert worden. An kommunizierenden Maschinen zeigen sich kontroverse Deutungen von Autonomie, Kreativität und Komplexität von Mensch und Maschine wie in einem Brennglas. Der Beitrag argumentiert, dass kommunizierende Technik eine kulturelle Herausforderung für mediatisierte Gesellschaften darstellt.

 

Sascha Dickel und Miriam Schmidt-Jüngst (2021)

Gleiche Menschen, ungleiche Maschinen.
Die Humandifferenzierung digitaler Assistenzsysteme und ihrer Nutzer:innen in der Werbung

In: Humandifferenzierung. Disziplinäre Perspektiven und empirische Sondierungen. Dilek Dizdar, Stefan Hirschauer, Johannes Paulmann, Gabriele Schabacher (Hrsg.). Velbrück Wissenschaft

 


Neues Buch

Soziologie der Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit ist eines der gesellschaftlichen Transformationsprojekte unserer Zeit. Dennoch sind soziologische Analysen im Diskurs der damit verknüpften Grundfragen bislang wenig präsent. Die »Soziologie der Nachhaltigkeit« betrachtet daher konkrete Themen nachhaltiger Gesellschaftsentwicklung – Arbeit, Mobilität, Politik(en), Diskurse, Praktiken, Ungleichheit, Macht – aus spezifisch soziologischen Blickwinkeln. Hierbei sind drei Leitmotive zentral: Nachhaltigkeit und Normativität, sozialer Wandel und Gestaltung sowie Reflexivität zweiter Ordnung. Die Beiträger*innen des Bandes geben zentrale Einsichten und Orientierungshilfen für das Verstehen, Erklären und Gestalten von Nachhaltigkeit.

jetzt kostenlos downloaden


 Zweite Tagung des Arbeitskreises Digitalisierung und Soziologische Theorie

3. und 4. Dezember 2020
Mitorganisiert von Sascha Dickel.
Die Tagung fand digital statt.

 


Berufung von Sascha Dickel in den Stiftungsvorstand und die Jury des Hans Bausch Mediapreises

03.11.2020

"Bei der Neuausrichtung des Hans Bausch Mediapreises steht das Thema 'gesellschaftliche Verantwortung in digitalen Öffentlichkeiten' im Fokus. Der Preis soll exzellenter Forschung, die die aktuelle Medienentwicklung einordnet und bewertet, zu mehr Sichtbarkeit verhelfen. Mit Hilfe von Untersuchungen zu Fragen der digitalen Ethik und den Auswirkungen der Digitalisierung der Medien sollen Debatten über den laufenden gesellschaftlichen Wandel und die Verantwortung von Medien angestoßen werden."

https://www.presseportal.de/pm/7169/4752107