Vorlesungsworkshop

Upcoming Event: Datenselbst

Vorlesungsworkshop „Datenselbst“ an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, 11. Dezember 2019, 18:00 Uhr, Hörsaal 18 NatMed

Menschliche Selbst- und Fremdbeobachtungen sind fundamental durch Medientechnologien bestimmt. Man reflektiert das eigene Ich im Roman, schreibt Erlebnisse in ein Tagebuch, macht Fotografien von sich. Ebenso werden Medientechnologien dazu verwendet, um Menschen zu erfassen und zu ordnen. Wir werden durch Videokameras aufgezeichnet und in Akten gespeichert.

Im Zeitalter der Digitalisierung sind die technischen Möglichkeiten der Selbst- und Fremdbeobachtung eskaliert: Ständig hinterlassen wir Datenspuren und produzieren selbst Daten über uns - etwa durch die Nutzung von Suchmaschinen, Social Media, Self Tracking oder einfach durch die Bewegung unserer Körper in digital durchdrungenen Umwelten.

Der dritte Vorlesungsworkshop der Reihe „Medientechnologische Gesellschaft“ will die Praktiken der Verdatung des Selbst in den Blick nehmen und dem Wechselspiel von Selbst- und Fremdbeobachtung nachgehen. Dabei soll es nicht primär um die öffentlich breit diskutierten Fragen von Datenschutz und Überwachung gehen, sondern eher um spezifische Formen der Reflexion und Konstitution von Subjekten durch ihr “Datenselbst”.

Forschende, Lehrende und Studierende sind dazu eingeladen, miteinander und mit den zwei Vortragenden, Dr. Nils Heyen (Fraunhofer ISI Karlsruhe) und PD Dr. Jan-Hendrick Passoth (Europa-Universität Viadrina), die in 15-Minuten-Vorträgen konträre oder komplementäre Perspektiven vorstellen, ins Gespräch zu kommen.


Vorangegangene Veranstaltungen der Reihe

Vorlesungsworkshop „Kontingente Ordnungen“ an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, 05. Dezember 2018

Wie ist soziale Ordnung möglich? Was geschieht, wenn die Grundlagen dieser Ordnung kontingent, d.h. unwägbar geworden sind? Löst sich soziale Ordnung auf oder werden viele, kontingente Ordnungen möglich?

Vielleicht trägt die Digitalisierung, Algorithmisierung und Vernetzung jeder Lebensäußerung und aller Dinge dazu bei, eine strukturelle Ordnung der Unwägbarkeiten und Abweichungen von Individuen und Prozessen entstehen zu lassen, gerade weil jetzt alles eine IP-Adresse hat und durch seine Berechenbarkeit zum Faktum (zum Gemachten) der sozialen Wirklichkeit wird?

Diese und andere Fragen werden im zweiten Vorlesungsworkshop der Reihe “Medientechnologische Gesellschaft“ verhandelt. Hier werden aktuelle Forschungen zu Medientechnologien mit wechselnden thematischen Schwerpunkten vorgestellt und soziologisch diskutiert.

Forschende, Lehrende und Studierende sind dazu eingeladen, miteinander und mit den zwei Vortragenden, Prof. Dr. Maren Lehmann (Zeppelin Universität Friedrichshafen) und Florian Süssenguth (acatech. München), die in 15-Minuten-Vorträgen konträre oder komplementäre Perspektiven vorstellen, ins Gespräch zu kommen.


Vorlesungsworkshop „mit Maschinen sprechen?“ an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, 13. Juni 2018

Digitale Assistenten werden in Smartphones und lautsprecher integriert. Bots streifen durch soziale Medien. Computerspiele sind von künstlichen Figuren bevölkert. Roboter werden zu Interaktionspartnern.

Was hat die Soziologie dazu zu sagen? Ist Kommunikation mit Maschinen überhaupt Kommunikation? Können Maschinen Teil unserer sozialen Welt sein? Und wer entscheidet darüber?

Diese und andere Fragen werden im ersten Vorlesungsworkshop der Reihe „Medientechnologische Gesellschaft“ verhandelt. Hier werden aktuelle Forschungen zu Medientechnologien mit wechselnden thematischen Schwerpunkten vorgestellt und soziologisch diskutiert.

Forschende, Lehrende und Studierende sind dazu eingeladen, miteinander und mit den zwei Vortragenden Prof Dr. Gesa Lindemann (Universität Oldenburg) und Dr. Florian Muhle (Universität Bielefeld), die in kurzen 15-Minuten-Vorträgen konträre oder komplementäre Perspektiven deutlich machen, ins Gespräch zu kommen.